Rezension: Seelen

Violetta Leiker | Dienstag, 4. Juli 2017 |

Titel: Seelen
Autor: Stephenie Meyer
Verlag: Carlsen
Seiten: 864
Format: Hardcover
Preis: 24,90 €





Klappentext
Planet Erde, irgendwann in der Zukunft. Fast die gesamte Menschheit ist von sogenannten Seelen besetzt. Diese nisten sich in die menschlichen Körper ein und übernehmen sie vollständig - nur wenige Menschen leisten noch Widerstand und überleben in den Bergen, Wüsten und Wäldern. Eine von ihnen ist Melanie. Als sie schließlich doch gefasst wird, wehrt sie sich mit aller Kraft dagegen, aus ihrem Körper verdrängt zu werden und teilt ihn fortan notgedrungen mit der Seele Wanda. Verzweifelt kämpft sie darum, ihren Geliebten Jared wiederzufinden, der sich mit anderen Rebellen in der Wüste versteckt hält - und im Bann von Melanies leidenschaftlichen Gefühlen und Erinnerungen sehnt sich auch Wanda mehr und mehr nach Jared, den sie nie getroffen hat ...


Meine Meinung
Dieser Science-Fiction-Roman von Stephenie Meyer hat leider nie den Bekanntheitsgrad erreicht, wie die berühmte, ebenfalls aus ihrer Feder stammende Twilight-Saga, obwohl er diese meiner Meinung nach bei Weitem übertrifft. 

Das Buch beginnt mit einem Prolog, der beim erstmaligen Lesen verwirrend ist. Man hört die Gedanken der Hauptfigur und erlebt Rückblenden, die man anfangs nicht zuordnen kann, aus Sicht einer weiteren Person. Doch schon bald ist klar, dass die Hauptfigur keinesfalls ein Mensch ist, sondern eine Seele, ein außerirdisches Wesen, das in Melanie Stryders Körper implantiert wurde, nachdem die Erde von den Seelen unter Kontrolle gebracht wurde. Leider hat Wanderer, die Seele, ein großes Problem, denn Melanies Bewusstsein ist - wie es eigentlich sein sollte - nicht ausgelöscht worden, sondern terrorisiert die gutmütige Seele in ihrem eigenen Kopf, bis Mel beginnt, Wanderer zu vertrauen. Gemeinsam machen sich die beiden Frauen, die sich einen Körper teilen, auf die Suche nach den letzten Menschen, unter denen sich vielleicht auch Melanies große Liebe Jared und ihr Bruder Jamie befinden ... 

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, man fliegt förmlich durch die Seiten, auch wenn dieser wenig schmuckvoll ist. Die Dialoge sind so authentisch, dass ich das Gefühl hatte, alle Figuren wären real. Die ersten 150 Seiten des über 800 Seiten dicken Wälzers hätten ruhig ein wenig gekürzt werden können, aber wer Durchhaltevermögen beweist, wird gewiss belohnt werden. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen - und habe es wahrscheinlich schon über fünf Mal gelesen. Jedes Mal begeistert es mich aufs Neue. 

Mühelos konnte ich mich in Wanderer hineinversetzen, obwohl diese ein außerirdisches Geschöpf ist. Wanderer ist mutig und altruistisch. Sie opfert sich auf für die, die sie liebt, ohne Rücksicht auf ihr eigenes unsterbliches Leben. Ich mochte sie auf Anhieb, habe mit ihr gelacht und geweint, aber vor allem gelitten, da sie in ihrem neunten Leben viel Grausamkeit erleiden muss, was für die friedliebenden Seelen zu traumatischen Auswirkungen führen kann. Doch Wanderers größter Feind sind nicht die Menschen, die sie anfangs zu töten versuchen, oder die Sucher, die die letzten überlebenden Menschen ausfindig machen wollen, sondern die komplexen menschlichen Gefühle, die sie zu überwältigen drohen. Denn durch Melanies Erinnerungen hat sich auch Wanderer in den knallharten Jared verliebt. Dieser jedoch verachtet das Wesen, das an Melanies Verschwinden schuld trägt ... 

Fazit
Eine rasante Handlung, tiefgründige Gedanken über das Recht zu leben, Liebe, Freundschaft, Vorurteile und sehr viel Gefühl machen diesen Science-Fiction-Roman zu einem Stern am Literaturhimmel. Abgesehen von den etwas langatmigen ersten 150 Seiten gibt es von mir nichts zu bemängeln. In ein paar Jahren werde ich das Buch sicher ein weiteres Mal lesen. (Wer nur die Verfilmung kennt, sollte unbedingt das Buch dazu lesen, denn der Film weicht extrem vom Original ab und hat mich aufs Übelste enttäuscht.) 

Kommentare:

  1. Hallo liebe Violetta,

    es gibt relativ viele, die von diesem Buch schwärmen und es als weit besser als die Twilight-Reihe erklären und auch wenn mich die Idee grundsätzlich fasziniert, kann ich mich bis jetzt nicht so ganz durchringen, das Buch auch zu lesen. Ehrlich gesagt weiß ich auch nicht so genau, warum eigentlich. Vielleicht lese ich es irgendwann, vielleicht aber auch nicht.

    Liebe Grüße ♥

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    1. Hallo liebe Dana,

      zu "Seelen" gibt es sehr gespaltene Meinungen. Vor allem, weil die ersten 150 Seiten so langatmig sind, haben einige Leute, denen ich das Buch empfohlen habe, es vorzeitig abgebrochen. Schade. Ich jedenfalls liebe es und werde es immer wieder lesen.

      Vielleicht überwindest du dich ja irgendwann :)

      Liebe Grüße

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  2. Hallo!
    Erst einmal vielen Dank für deinen Kommentar! Ich habe das Buch vor einiger Zeit gelesen und muss dir in allen Punkten zustimmen. Twilight ist leider so gar nicht meins aber Seelen konnte mich dafür umso mehr überzeugen ♥

    Liebe Stöbergrüße
    Emmi

    https://emmisbuecherblog.blogspot.de/

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    1. Hallo Emmi,

      "Seelen" ist einfach nur toll. Eines meiner Lieblingsgeschichten. Die Twilight-Reihe mag ich allerdings auch sehr. Diese Reihe hat bei mir vor fast zehn Jahren dazu geführt, dass ich weitere Fantasy-Bücher mit viel Romantik lesen wollte.

      Liebe Grüße
      Violetta

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