Rezension: Der dunkle Kuss der Sterne

Violetta Leiker | Samstag, 8. Juli 2017 |

Titel: Der dunkle Kuss der Sterne
Autor: Nina Blazon
Verlag: cbt
Seiten: 528
Format: Hardcover
Preis: 16,99 €





Klappentext
Canda, eine junge Frau der obersten Kaste Ghans, wacht nach einem schrecklichen Albtraum auf und erkennt sich selbst nicht mehr im Spiegel: Es ist ihr Gesicht, das ihr entgegenblickt, aber etwas ist verloren gegangen. Ihr fehlt der Glanz, mit dem sie alle bezaubert hat. Und Tian, dem sie versprochen war, ist spurlos verschwunden … Ihre eigene Familie verstößt sie und lässt sie wegsperren, doch Canda entkommt. Und trifft ausgerechnet auf die Mégana, die Herrscherin des Landes, die ihr einen erstaunlichen Handel vorschlägt: Sie stellt Canda einen Sklaven, den geheimnisvollen Amad, zur Seite, um Tian zu suchen. Doch der Preis, den Canda dafür zahlen muss, ist hoch, und ihre Suche führt auf ungeahnte Wege … (Quelle: Verlagsgruppe Random House) 


Meine Meinung
Canda, einer Hohen Ghans, passiert ausgerechnet in der Nacht vor ihrer Hochzeit mit Tian, ihrer großen Liebe, das Unvorstellbare. Sie verliert ihren Glanz. Doch nicht nur eine ihrer vier Gaben verschwindet. Auch von Tian fehlt plötzlich jede Spur. Ausgestoßen von ihrer eigenen Familie wird sie von der Herrscherin Ghans, der Mégana, in deren Fußstapfen sie ursprünglich treten sollte, zusammen mit dem unverschämten Sklaven Amad auf die Suche nach Tian geschickt. Doch außerhalb der Wüstenstadt Ghan ist die Welt jenseits von Candas Vorstellungskraft und birgt eine Fülle von Gefahren für die junge Frau. Und auch Amad scheint nicht der zu sein, für den er sich ausgibt. Auf ihrer Reise an die entferntesten Winkel der Welt stößt Canda nicht nur an ihre Grenzen, sondern bringt auch ein Geheimnis ans Licht, das ihre Familie jahrhundertelang gehütet hat und das die Pfeiler, auf denen Ghan gestützt ist, für immer zerstören könnte ... 

Dieses High-Fantasy-Märchen aus der Feder von Nina Blazon ist in vier Abschnitte gegliedert und innerhalb dieser in Kapitel. Wie schon in ihren anderen Romanen glänzt dieses Buch vor allem durch Nina Blazons blumigen und poetischen Schreibstil. Sie verwendet eine Vielzahl von Metaphern und Vergleichen, die das Lesen zu einem purem Genuss machen. 

Anfangs spielt die Geschichte in der Metropole Ghan, in der es keine konkreten Fantasyelemente gibt. Auf Candas und Amads Reisen jedoch begegnen sie allerhand Kreaturen und magischen Gefahren, die - typisch für Nina Blazon - keinesfalls dem Mainsteam folgen und durch Innovation glänzen. Der gesamte Roman ist atmosphärisch dicht, tiefgründig und regt zum Nachdenken an. 

Canda führt sich anfangs wie eine hochnäsige Prinzessin auf und schaut auf Menschen, die einen niedrigeren Status, wie Amad, haben, herab. Im Laufe der Abenteuer findet sie jedoch zu ihrem wahrem Ich, zeigt Mut und und Stärke und handelt selbstlos. Alle Figuren waren mir auf Anhieb sympathisch und ihre Handlungen nachvollziehbar. Besonders interessant an Nina Blazons Büchern sind die Legenden und Geschichten, die vor der eigentlichen Handlung stattgefunden haben, was für Komplexität sorgt. 

Einzig und allein diese Komplexität machte mir ein wenig zu schaffen. Da ich das Buch über einen längeren Zeitraum hinweg gelesen habe, fiel es mir jedes Mal schwer, wieder in die Handlung hineinzufinden, nachdem ich das Lesen unterbrochen hatte. Die Geschichte ist verworren, gespickt mit so vielen Andeutungen und Rätseln, das es besser ist, sie in einem Rutsch zu lesen. 

Fazit
Es hat mir viel Spaß bereitet, mit Canda und Amad durch die Wüste, über das Meer, durch Hagel und Schnee und schließlich wieder zurück nach Ghan zu reisen. Die Geschichte ist spannend, innovativ und enthält Fantasyelemente, die mir in anderen Büchern noch nicht begegnet sind. Abgesehen davon brilliert der Roman durch tiefgründige Themen und einen poetischen, unverwechselbaren Schreibstil. Trotz allem gibt es von mir dieses Mal nur vier von fünf Traumfängern für dieses Buch meiner Lieblingsautorin, da die Handlung ein wenig verworren war und es mir schwerfiel, alles auf Anhieb zu verstehen. 

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